Gerechtigkeit


Unser deutsches Bildungssystem gehört zu den ungerechtesten im internationalen Vergleich. Frühzeitige Sortierung der Schülerinnen in Schultypen, die einen bestimmten Abschluss anstreben sorgt für ein Empfinden, dass verschiedene Fähigkeiten hierarchisch anders bewertet werden. Dieser eindimensionale Blick auf eine bestimmte Art von Intelligenz führt langfristig zu Schulabbrechern, Fachkräftemangel und Burnout.

Das Problem liegt in erster Linie darin, Bildung und Fähigkeiten in klar zu definierende Kompetenzen zu sortieren. Gerechtigkeit wird verstanden als Chancengleichheit auf einem Markt der Konkurrenz. Angestrebt wird, dass jeder mitspielen darf, sich an den gleichen Zielen zu messen. Denn was ein gebildeter Mensch sein soll, das steht fest und sollte jedem ermöglicht werden. In dieser Art von Gerechtigkeitsverständnis haben es neue und innovative Ideen schwer. Die Entwicklung von Kreativität ist bei einer schulisch angestrebten Anpassung an die bestehende Gesellschaft schwierig. Hier wird Gerechtigkeit als Gleichheit missverstanden.

Echter Gerechtigkeit gelingt es jedoch, den Menschen jeweils individuell gerecht zu werden. Eine Bildung, die die neue Welt der Impulse, die in jedem Menschen liegt, befördert und nicht unterdrückt, kann nicht standardisierte Abschlüsse anstreben. Sie muss auch die Fähigkeiten der Heranwachsenden individuell beurteilen können. Nach den Maßstäben, die in diesem bestimmten Bildungsmoment die Richtigen sind. Bildungsgerechtigkeit benötigt daher ein gewisses Maß an Freiheit, um auf die Bedürfnisse der – jeden Tag neuen – Schülerinnen eingehen zu können.

Vgl. auch: https://www.news4teachers.de/2019/01/wie-gerecht-ist-das-schulsystem-kinder-aus-armen-familien-werden-nach-wie-vor-benachteiligt-ein-debattenbeitrag/